Sicherheit & Betrug
„Hallo Mama, das ist meine neue Nummer“: WhatsApp-Betrug erkennen
Margarete sitzt beim Kaffee, als ihr Handy summt. Eine unbekannte Nummer: „Hallo Mama, das ist meine neue Nummer. Mein altes Handy ist kaputt.“ Wenig später kommt die nächste Nachricht – es gehe um eine dringende Rechnung. Margarete stutzt. Sollte sie helfen?
Kennen Sie so eine Nachricht? Dann sind Sie in guter Gesellschaft: Laut Polizei ist „Hallo Mama, hallo Papa, das ist meine neue Handynummer …“ der häufigste Einstieg einer bekannten Betrugsmasche auf WhatsApp. Die gute Nachricht vorweg: Mit einem einzigen Anruf lässt sie sich fast immer aufdecken. Lassen Sie uns das in Ruhe durchgehen.
So läuft die Masche ab
Die Betrüger geben sich als Kind, Enkelkind oder andere Verwandte aus. Sie erzählen zum Beispiel, das Handy sei verloren gegangen – deshalb die neue Nummer. Manchmal kommt die erste Nachricht per SMS, und dann bitten sie schnell darum, bei WhatsApp weiterzuschreiben. Oft plaudern sie erst ein wenig. Das soll Vertrauen schaffen.
Früher oder später geht es um Geld. Meistens soll schnell etwas überwiesen werden, weil es angeblich eilt.
Gut zu wissen
Dass „Mama“ oder „Papa“ in der Nachricht steht, heißt nicht, dass die Person Sie kennt. Und die Polizei gibt noch einen Hinweis. Ist Ihr Profilbild für alle sichtbar, können Betrüger daran abschätzen, ob Sie ein „geeignetes Opfer“ sind – zum Beispiel wegen Ihres Alters.
Woran Sie stutzig werden dürfen
Ihr Bauchgefühl ist ein guter Ratgeber. Werden Sie langsamer, wenn eine Nachricht
- von einer neuen, unbekannten Nummer kommt, aber angeblich jemand aus der Familie schreibt,
- um Geld bittet – vor allem um eine schnelle Überweisung,
- Druck macht („Ich brauche das heute noch!“),
- Sie bittet, einen Link zu öffnen oder eine App zu laden,
- nach Codes, Passwörtern oder Kontodaten fragt.
Ein einzelnes Zeichen beweist noch keinen Betrug. Ihr Sohn kann wirklich ein neues Handy haben. Aber es ist ein guter Grund, kurz innezuhalten.
In drei ruhigen Schritten prüfen
- Erst einmal nichts tun. Nicht antworten, nichts überweisen. Ihre Familie versteht, dass Sie kurz nachprüfen.
- Unter der alten Nummer anrufen. Rufen Sie Ihr Kind oder Enkelkind unter der Nummer an, die Sie schon lange kennen – nicht unter der neuen. Die Polizei bringt es auf den Punkt: „Unter der alten Nummer nachfragen schützt vor Betrug.“
- Erst danach die neue Nummer speichern. Bestätigt sich, dass die neue Nummer echt ist, können Sie sie speichern. Vorher nicht.
Margarete legt das Handy zur Seite und ruft ihre Tochter Anna an – unter der alten Nummer. Anna geht sofort ran: „Neue Nummer? Nein, Mama, das war ich nicht.“ Damit ist alles klar.
Ein Kennwort für die Familie
Die Polizei empfiehlt, in der Familie ein Kennwort zu vereinbaren. Wer sich am Telefon oder per Nachricht als Angehöriger ausgibt, muss es nennen können. Betrüger kennen es nicht.
Wenn es Betrug ist
Stellt sich heraus, dass die Nachricht nicht aus Ihrer Familie kommt, gehen Sie so vor:
- Bildschirmfoto machen. Sichern Sie den Chat, bevor Sie etwas löschen. Das hilft später der Polizei.
- Nummer blockieren und melden. Dann kann Ihnen diese Nummer nicht mehr schreiben. Wie das geht, zeigt unsere Anleitung WhatsApp-Kontakt blockieren und melden.
- Polizei informieren. Die Polizei rät, solche Vorfälle zu melden – auch wenn nichts passiert ist.
- Chat löschen. Erst ganz zum Schluss.
Und noch etwas: Schreiben oder telefonieren Sie nicht mit den Betrügern, auch nicht, um ihnen die Meinung zu sagen. Die Polizei rät ausdrücklich davon ab.
Wenn schon Geld überwiesen wurde
Das kann jedem passieren. Die Täter sind geschickt. Die Polizei sagt dazu klar: Geben Sie sich keine Mitschuld. Wichtig ist jetzt nur, schnell zu handeln:
- Rufen Sie sofort Ihre Bank an. In einigen Fällen kann das Geld noch zurückgeholt werden.
- Sichern Sie den ganzen Chat, zum Beispiel mit Bildschirmfotos.
- Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
Alle Schritte in der richtigen Reihenfolge finden Sie in unserem Notfallplan nach einem Betrug.
So sind Sie beim nächsten Mal gewappnet
- Profilbild nur für Kontakte zeigen. Dann sehen Fremde Ihr Foto nicht. Das geht in WhatsApp unter „Einstellungen“ › „Datenschutz“ › „Profilbild“ › „Meine Kontakte“.
- Das WhatsApp-Konto absichern. Geben Sie den sechsstelligen Code von WhatsApp niemals weiter und schalten Sie die „Verifizierung in zwei Schritten“ ein. Wie das geht, steht in WhatsApp-Konto schützen.
- Darüber reden. Erzählen Sie Freundinnen und Bekannten von der Masche. Wer sie kennt, fällt seltener darauf herein – und Sie helfen damit anderen.
Für Angehörige
Machen Sie mit Ihren Eltern oder Großeltern etwas Einfaches aus: „Wenn ich eine neue Nummer habe, rufe ich dich vorher an.“ Dann ist jede überraschende Nachricht von einer unbekannten Nummer automatisch verdächtig. Ein gemeinsames Familien-Kennwort gibt zusätzlich Sicherheit.
Checkliste: Verdächtige WhatsApp-Nachricht
- Ich antworte nicht sofort und lasse mich nicht drängen.
- Ich überweise kein Geld und gebe keine Codes oder Passwörter weiter.
- Ich rufe die Person unter der alten, mir bekannten Nummer an.
- Ich speichere eine neue Nummer erst, wenn ich sie so geprüft habe.
- Ist es Betrug, mache ich ein Bildschirmfoto vom Chat.
- Dann blockiere und melde ich die Nummer und informiere die Polizei.
- Habe ich schon Geld überwiesen, rufe ich sofort meine Bank an.
Quelle: netzleicht.de/artikel/whatsapp-betrug-erkennen/ · Stand: 30. Oktober 2026
Quellen und Prüfung
Diese Anleitung stützt sich auf folgende Quellen. Zuletzt inhaltlich geprüft am 30. Oktober 2026.
- Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes: Messenger-Betrug
- WhatsApp-Hilfebereich: Informationen zu verdächtigen Nachrichten und Betrug
- WhatsApp-Hilfebereich: Jemanden blockieren und melden
- Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes: Schockanrufe
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