Digital-Lexikon
Was ist Phishing? Gefälschte E-Mails und Seiten einfach erklärt
Das Wort klingt nicht zufällig wie das englische „fishing“, also angeln. Beim Phishing werfen Betrüger einen Köder aus – eine gefälschte E-Mail oder Nachricht – und hoffen, dass jemand anbeißt und seine Daten verrät.
Margarete bekommt eine E-Mail mit dem Logo ihrer Bank: „Ihre Karte wird in 24 Stunden gesperrt. Bitte bestätigen Sie jetzt Ihre Daten.“ Darunter ein großer Knopf. Ihr Herz klopft. Dann denkt sie: Warum sollte meine Bank so drängeln?
Margarete hat richtig reagiert. Solche Mails sind keine Seltenheit: Die Verbraucherzentralen zeigen im Phishing-Radar laufend neue Beispiele, etwa angeblich von Banken, PayPal oder der Rentenversicherung.
So funktioniert die Masche
Die Mail führt über einen Link auf eine gefälschte Internetseite. Sie sieht aus wie die echte Seite der Bank oder des Shops. Wer dort sein Passwort, seine PIN oder seine Kreditkartennummer eingibt, schickt sie direkt an die Betrüger.
Manchmal hängt an der Mail auch eine Datei. Laut BSI kann schon das Öffnen eines solchen Anhangs eine Schadsoftware auf das Gerät bringen – meist unbemerkt.
Phishing gibt es nicht nur per E-Mail. Kommt die gefälschte Nachricht per SMS, spricht man von Smishing.
Woran Sie Phishing erkennen
Das BSI rät zu Misstrauen, wenn mindestens eines dieser Merkmale zutrifft:
- Sie sollen dringend handeln („Ihre Daten gehen sonst verloren“).
- Es wird gedroht, zum Beispiel mit einer Kontosperrung.
- Sie sollen vertrauliche Daten eingeben, etwa eine PIN oder eine Kreditkartennummer.
- Die Mail scheint von einer bekannten Firma oder Person zu kommen, aber das Anliegen ist ungewöhnlich.
Früher erkannte man Phishing oft an schlechtem Deutsch. Das reicht heute nicht mehr: Viele Fälschungen sind sauber formuliert. Auch das „https“ in der Adresszeile ist laut BSI keine Entwarnung mehr – das nutzen Betrüger inzwischen ebenfalls.
So schützen Sie sich
- Grundregel des BSI: Kein Kreditkarteninstitut und kein seriöser Anbieter fordert Sie per E-Mail auf, vertrauliche Zugangsdaten preiszugeben.
- Nicht auf Links in verdächtigen Mails tippen. Rufen Sie die Seite lieber selbst auf – über die Ihnen bekannte Adresse oder die offizielle App.
- Im Zweifel anrufen: Fragen Sie beim Anbieter nach – unter einer Nummer, die Sie selbst heraussuchen.
- Keine Anhänge aus verdächtigen Mails öffnen.
- Updates installieren: Halten Sie Handy, Computer und Apps auf dem aktuellen Stand.
Verdächtige Mails können Sie an das Phishing-Radar der Verbraucherzentrale weiterleiten: phishing@verbraucherzentrale.nrw. Einzelne Antworten gibt es dort nicht, aber Ihre Meldung hilft, andere zu warnen.
Schon passiert?
Wenn Sie Daten eingegeben haben, handeln Sie ruhig, aber zügig. Was jetzt in welcher Reihenfolge zu tun ist – von der Bank bis zum Passwort –, steht in unserem Notfallplan nach einem Betrug. Und bei einer verdächtigen Nachricht hilft der Ist-das-echt-Check beim Einordnen.
Quellen und Prüfung
Diese Erklärung stützt sich auf folgende Quellen. Geprüft heißt bei uns: Jede Aussage wurde am 1. November 2026 mit diesen Quellen abgeglichen.
- Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Wie erkenne ich Phishing in E-Mails und auf Webseiten?
- Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Wie schützt man sich gegen Phishing?
- Verbraucherzentrale: Phishing-Radar: Aktuelle Warnungen
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